Steckbrief

Zentralasien
Eine Region, in der in mehreren Ländern schon ein Gespräch über den Glauben als verbotene Missionstätigkeit gilt.
Land und Leute
Fünf Staaten teilen sich diese Region, rund 82 Millionen Menschen auf einer Fläche, die gut elfmal so groß ist wie Deutschland. Im Westen und Norden liegen Steppe und Wüste, im Südosten türmen sich Gebirge auf, und dazwischen liegen lange Wege. Vier der fünf Landessprachen sind Turksprachen, eine ist mit dem Persischen verwandt. Russisch wird vielerorts noch verstanden, hat aber sehr unterschiedliches Gewicht: in einem Teil der Region ist es Amtssprache, in einem anderen aus Schulen und Ämtern weitgehend verschwunden. Vor allem aber ist die Region jung, etwa jeder dritte Mensch hier ist noch keine fünfzehn Jahre alt.
Religion
Die große Mehrheit bekennt sich zum Islam, regionsweit etwa fünfundachtzig von hundert Menschen, und seit dem Ende der Sowjetzeit hat der Glaube wieder mehr Raum im Alltag. Christen sind eine sehr kleine Minderheit, am ehesten dort zu finden, wo bis heute viele russischsprachige Familien leben. Ihre Zahl ist seit 1991 deutlich gesunken, weil ein großer Teil der russischen und der russlanddeutschen Familien ausgewandert ist. Wer aus einer muslimisch geprägten Familie zum Glauben an Christus findet, gehört fast überall zu einer sehr kleinen Gruppe.
Wirtschaft
Ein Teil der Region ist reich an Öl, Gas, Gold und Uran, ein anderer lebt von Wasserkraft oder Landwirtschaft. Zwischen dem wohlhabendsten und dem ärmsten Staat liegt beim Einkommen je Kopf etwa das Zehnfache. Weil in vielen Regionen kaum Arbeit zu finden ist, gehen viele ins Ausland. Entweder dauerhaft mit ihren ganzen Familien oder als Saisonkräfte. Wenn sie nicht mit der ganzen Familie auswandern können, schicken sie eine Unterstützung nach Hause. In einem Land der Region machen diese Überweisungen inzwischen fast die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus. Die Wirtschaft wächst, und die Armut geht zurück, für viele Familien ist der Alltag aber trotzdem von Armut geprägt.
Lage der Christen
Auf dem Papier gilt in allen Staaten der Region Religionsfreiheit. In der Praxis braucht fast alles, was mit Glauben zu tun hat, eine staatliche Genehmigung. Wer ohne sie über seinen Glauben spricht, macht sich strafbar, und in mehreren Staaten hat schon ein Gespräch unter Nachbarn, ein verschenktes Neues Testament oder ein Beitrag in einem sozialen Netzwerk zu einer Geldbuße geführt, die mehrere Monatslöhne kosten kann. Gottesdienst ist an angemeldete Räume gebunden. Eine Gemeinde eintragen zu lassen, setzt eine Mindestzahl an Mitgliedern voraus, die je nach Staat zwischen zehn und fünfhundert liegt und in den strengsten Fällen zuletzt noch angehoben wurde.
Am schwersten haben es Menschen mit muslimischem Hintergrund, die Christen werden: Sie erfahren oft Druck und auch Verfolgung von der Verwandtschaft und der Dorfgemeinschaft.
Projekte in Zentralasien
- Armenküche
- Christliche Verteilkalender
- Christliche Zeitschriften für Erwachsene
- Christliche Zeitschriften für Kinder
- Einheimische Pastoren
- Gemeindegründung unter Gehörlosen
- Hilfe für Verfolgte
- Kinderfreizeiten Zentralasien
- Social-Media-Projekt
- Theologische Ausbildungsstätte
- Training für einheimische Mitarbeiter
































Zentralasien
Social-Media-Projekt
Wir glauben, dass Gott Menschen in ihrer Muttersprache ansprechen möchte. Denn wenn jemand von seiner persönlichen Beziehung zu Jesus erzählt, und zwar in der Sprache, in der er auch betet, streitet und tröstet, hinterlässt das Spuren, die keine Geschichte in einer Fremdsprache erreichen würde.
Deshalb produziert ein einheimisches Medienstudio in Zentralasien christliche Lieder, Video-Zeugnisse und Podcasts in der Landessprache und verbreitet sie über einen YouTube-Kanal und mehrere Telegram-Kanäle.
Mit dieser Social-Media-Arbeit werden einheimische Christen ermutigt, und Nichtchristen kommen mit dem christlichen Glauben in Berührung. Gestärkt werden damit besonders solche, die keine Gemeinde in ihrer Nähe haben, dazu Angehörige derselben Volksgruppe in den Nachbarländern und in der Diaspora. Für die Videoarbeit braucht es Menschen, die vor der Kamera von ihrem Glauben an Jesus erzählen. Sie zu finden, ist das Schwerste an diesem Projekt.
Deshalb tragen wir die Gehalts- und Sachkosten des Studios. Die einheimischen Christen könnten die Finanzierung dieser Arbeit aus eigener Kraft nicht stemmen.
Du kannst diese Arbeit mittragen: im Gebet für mutige Christen, die ihr Gesicht und ihre Stimme hergeben, und mit einer Gabe, die diese Arbeit auch weiterhin möglich macht.