Unter einem Video steht ein Kommentar. „Das ist genau unsere Situation“, schreibt eine Neunzehnjährige, die sich um ihre drei jüngeren Geschwister kümmert, während ihre Mutter in Spanien arbeitet.
Hinter dem Kanal „Der gute Hirte“ steht ein einheimischer Mitarbeiter in Gagausien. Neben seinem Dienst an Schulen und in seiner Gemeinde nimmt er drei bis vier Podcasts im Monat auf, Gespräche über Kultur, Geschichte und gesellschaftliche Fragen, mit Gästen, die im Land bekannt sind und meist keine Christen sind. Den Glauben bringt er im Gespräch selbst ein. Aus den Aufnahmen schneidet das Team kurze Stücke für Instagram und TikTok. Weil Gagausisch ein Dialekt des Türkischen ist, hören auch Menschen in der Türkei zu.
Eines Nachmittags saß ich mit einem 12-jährigen Jungen aus unserer Gemeinde zusammen. Ich fragte ihn beiläufig: „Wie geht es deinen Eltern?“ Seine Antwort traf mich: „Ich weiß es nicht. Mama ist in Italien, Papa in Russland. Ich lebe bei meiner Großmutter.“
Das ist die Realität für Tausende von Kindern in Gagausien. Manche sehen ihre Eltern nur einmal im Jahr, wenn diese für ein paar Wochen nach Hause kommen. Andere haben ihre Eltern seit Jahren nicht mehr umarmt. Diese Begegnung ließ mich nicht mehr los. Wie viele Kinder kenne ich, die so aufwachsen?
Im Gebet wurde mir klar, dass wir darüber sprechen müssen. Also produzierten wir ein Video mit dem Titel „Der Schrei der Kinder von Gagausien“. Wir sprachen offen über diese schmerzhafte Realität: Eine ganze Generation wächst ohne ihre Eltern auf. Aber wir blieben nicht beim Problem stehen. Wir fragten: Was sagt die Bibel über die Erziehung der Kinder? Was sagt Gottes Wort über die Beziehung zwischen Eltern und Kindern?
Als wir das Video auf TikTok und Instagram veröffentlichten, passierte etwas Unerwartetes. Die Menschen reagierten. 12.000 Aufrufe auf TikTok, 14.000 auf Instagram. Das waren nicht nur Zahlen, das waren Menschen, die betroffen waren.
Die Kommentare kamen schnell. „Das ist genau unsere Situation“, schrieb eine junge Frau. „Ich bin 19 Jahre alt und kümmere mich um meine drei jüngeren Geschwister. Mama ist in Spanien. Ich vermisse sie so sehr.“
Einige Eltern schrieben uns persönliche Nachrichten. Eine Mutter aus Deutschland erzählte mir am Telefon weinend: „Ich wusste nicht, was ich meinen Kindern antue. Ich dachte, wenn ich genug Geld verdiene, wird alles gut. Aber sie brauchen mich, nicht mein Geld.“ Zwei Wochen später flog sie zurück nach Hause.
Dieses Video hat ein Thema angesprochen, über das viele nicht gerne sprechen. Es ist schmerzhaft, aber manchmal muss man es aufgreifen, damit Heilung beginnen kann. Und die Bibel bietet Antworten, auch auf schwierige Fragestellungen.
Betet für die Eltern im Ausland, die selbst darunter leiden und sich entscheiden müssen, ob sie Geld verdienen oder bei ihren Kindern sein wollen. Und betet dafür, dass Gottes Wort Familien wieder zusammenführt.
Mit solchen Videos erreichen wir die Menschen mit dem Evangelium dort, wo sie wirklich leben und leiden.
— Mitarbeiter in Gagausien, 2026
Die Technik hat eine andere Organisation gespendet, das Studio liegt in den Räumen einer Gemeinde und kostet keine Miete. Wir tragen das Gehalt des Mitarbeiters, weil die Christen vor Ort das allein nicht stemmen können.
Bete darum, dass die Menschen, die sich nach so einem Video melden, jemanden finden, der ihnen zuhört. Und wenn du mithelfen willst, trägt deine Spende das Gehalt, an dem dieser Kanal hängt.
Zentralasien
Social-Media-Projekt
Wir glauben, dass Gott Menschen in ihrer Muttersprache ansprechen möchte. Denn wenn jemand von seiner persönlichen Beziehung zu Jesus erzählt, und zwar in der Sprache, in der er auch betet, streitet und tröstet, hinterlässt das Spuren, die keine Geschichte in einer Fremdsprache erreichen würde.
Deshalb produziert ein einheimisches Medienstudio in Zentralasien christliche Lieder, Video-Zeugnisse und Podcasts in der Landessprache und verbreitet sie über einen YouTube-Kanal und mehrere Telegram-Kanäle.
Mit dieser Social-Media-Arbeit werden einheimische Christen ermutigt, und Nichtchristen kommen mit dem christlichen Glauben in Berührung. Gestärkt werden damit besonders solche, die keine Gemeinde in ihrer Nähe haben, dazu Angehörige derselben Volksgruppe in den Nachbarländern und in der Diaspora. Für die Videoarbeit braucht es Menschen, die vor der Kamera von ihrem Glauben an Jesus erzählen. Sie zu finden, ist das Schwerste an diesem Projekt.
Deshalb tragen wir die Gehalts- und Sachkosten des Studios. Die einheimischen Christen könnten die Finanzierung dieser Arbeit aus eigener Kraft nicht stemmen.
Du kannst diese Arbeit mittragen: im Gebet für mutige Christen, die ihr Gesicht und ihre Stimme hergeben, und mit einer Gabe, die diese Arbeit auch weiterhin möglich macht.